Das digitale Wissen der Welt soll im Internet für jede/n erreichbar sein. Suchmaschinen sind ein wichtiger Weg, es erreichbar/er zu machen. Weitere Instrumente, wie soziale Netze, folgen. Diese Wege sind so wichtig, dass wir 2004 den SUMA-EV gegründet haben, um freien Wissenszugang sichern zu helfen.

180 Millionen Förderung für Theseus - technologieferne Konzerne erhalten Großteil

Die Suchmaschinenpolitk rückt immer mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit. In der aktuellen Ausgabe der Technology Review (03/08) beschäftigt Ralf Grötker sich in einem Special auf 16 Seiten mit Google, Microsoft, Yahoo und Co. Unter dem Titel "Politische Querelen behindern europäische Google-Alternative" berichtet er als vorab vom Special auf Heise.de über die gescheiterte deutsch-französisch Suchmaschineninitiative Quaero und das deutsche Folgeprojekt Theseus. Hierin wird auf die unterschiedlichen Anschauungen von Frankreich und Deutschland bei den Zielen der Förderung als Grund hingewiesen.

Laut Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte gehe der deutsche Rückzug aus dem Projekt (Quaero) zurück auf einen "Wunsch" des Thomson-Konzerns, der eine enge Verzahnung nicht mehr für erreichbar gehalten habe. In Frankreich dagegen heißt es, eine Gruppe deutscher Forscher habe zu sehr darauf gedrängt, den Fokus auf semantische Technologien zu lenken. Das Projekt war am 26. April 2005 anlässlich eines deutschen Staatsbesuchs in Paris ursprünglich als "elektronische europäische Bibliothek" angekündigt worden. ... In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Grietje Bettin ließ Wirtschaftsstaatssekretär Schauerte seinerzeit wissen, dass Deutschland 90 bis 100 Millionen Euro Fördermittel bereitstellen werde, aus Frankreich komme ein vergleichbarer Betrag. Zusammen mit den Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen sollte sich dadurch ein Gesamtbudget für Quaero von "deutlich über 400 Millionen Euro" über die Laufzeit von fünf Jahren ergeben. Doch daraus sollte nichts werden: "Erste Hinweise zeichneten sich - rückblickend - im September/Oktober 2006 ab ...

... Das BMWi darf Theseus nun tatsächlich mit 90 Millionen Euro über fünf Jahre fördern. Die Partner aus Industrie und Forschung bringen ebenfalls 90 Millionen Euro auf, sodass das Programm ein Gesamtvolumen von 180 Millionen hat. Mancher Unternehmer stört sich allerdings daran, dass bislang nur relativ Internet-ferne Großkonzerne und keines der deutschen Vorzeige-Internet-Unternehmen wie United Internet oder Web.de beteiligt sind. (22.02.2008 12:34, http://www.heise.de/newsticker/meldung/103921)

Viel Geld fliesst dort. Mehr als die Trennung von Frankreich und Deutschland im Förderprogramm verwundert mich jedoch, dass fast ausschliesslich technologieferne Firmen an dem darauf folgenden deutschen Forschungsprogramm "Theseus" teilnehmen. Auch freie Software-Projekte wie Yacy oder deutsche Entwickler von Nutch/Lucene erhalten meines Wissens bisher keine Förderung aus Bundesmitteln. Kleine Summen könnten dabei gerade hier potentiell enorme Fortschritte erzielen.

Der Teaserbeitrag auf der Onlineseite von TR handelt von der Übermacht Googles und den Ansätzen kleiner Suchmaschinen und ehemaliger Suchmaschinengrößen wie Lycos durch Spezialangebote ihre Reichweite zu erhöhen.

Wie sehr Google das erfolgsverwöhnte Alphatier Microsoft über die Jahre hinweg zermürbt hat, lässt sich seit diesem Februar an einer Zahl ablesen: 45 Milliarden Dollar. So viel möchte Microsoft für den wichtigsten verbliebenen Google-Rivalen Yahoo! ausgeben - annähernd das Doppelte seines Börsenwertes vor dem Übernahme-Angebot. Dieser Frontalangriff zeigt, dass Microsoft sich offenbar nicht mehr dazu in der Lage sieht, durch eigene Kraft und eigene Produkte im Suchmaschinengeschäft zu Google aufschließen zu können. Wenn sogar Microsoft sein Heil nur noch in milliardenschweren Zukäufen sucht - wer sonst soll in der Lage sein, neben Google zu gedeihen? Tatsächlich hat sich in der Nische, die Google übrig gelassen hat, ein lebhaftes Biotop aus kleinen Suchmaschinen mit völlig unterschiedlichen Ansätzen entwickelt. Ist unter ihnen schon die Suchmaschine zu finden, der es einmal gelingen wird, Google zu schlagen - so wie Google einst selbst den lange als unangreifbar geltenden Konkurrenten Altavista aus dem Feld geräumt hat? ... Unter den neuen Suchmaschinenanbietern, die hier ihre Chance sehen, gibt es zum Beispiel solche, die auf Menschen setzen statt auf Algorithmen. Beim neuen Dienst ChaCha etwa stehen menschliche Internet-Führer Suchenden beim Finden der richtigen Ergebnisse zur Seite. Und Wikia Search, die neue Suchmaschine des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales, setzt darauf, dass die Kommentare und Wertungen der Nutzer langfristig zu einer neuen Qualität von Suchergebnissen führen werden. ... "Ganz ehrlich: Google wird im Bereich der algorithmischen Suche kaum noch jemand schlagen. Auch wir nicht", sagt Thomas Servatius. Er ist leitender Produktmanager bei Lycos Europe in Gütersloh und hat den Dienst "Lycos IQ" mit aufgebaut... .(03/08, http://www.heise.de/tr/Suchmaschinen--/artikel/10364).

Untergräbt Google den Zugang zu Wissen durch Bibliotheken?

Freie Suchmaschinen sind kein schöner Traum, sondern eine Notwendigkeit für eine offene und freie Gesellschaft. Der Zugang zu Wissen und Informationen darf nicht ausschliesslich über Suchmaschinen verfolgen, die lediglich kommerziellen Privatinteressen verpflichtet sind und nicht dem Allgemeinwohl. Immer mehr scheint sich diese Ansicht auch in den Bibliotheken durchzusetzen. Auf einer Tagung des internationalen Dachverbands der Bibliotheksvereinigungen (IFLA) im Auswärtigen Amt zur Rolle der Bibliotheken in der Wissensgesellschaft äusserten sich auch Miriam Nisbet, Direktorin des Abteilung Informationsgesellschaft bei der UNESCO, und Johannes Fournier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in diese Richtung.

Miriam Nisbet: "Googeln scheint den Zugang zu Wissen durch Bibliotheken zu untergraben" führte die US-Amerikanerin aus. Was diese Zugriffsmöglichkeiten aber erst wertvoll mache, sei die Plattform, über die sie erfolgen würden. Die Büchereien stünden auf dem Fundament der Idee der Freiheit und der Menschenrechte und hätten eine soziale Verantwortung. Daher müsse man fragen, ob "wir den Zugang zum Wissen überhaupt den Regeln des Marktes überlassen können". In diesem Falle würde die kulturelle Vielfalt verloren gehen, während sich soziale Ungleichheiten ausweiten würden, fürchtete Nisbet.

Auch Johannes Fournier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sah die Gefahr einer digitalen Spaltung "auch in der Form, dass Bibliothekare verstärkt von Nutzern getrennt werden". Viele würden sich nur noch auf Suchmaschinen verlassen, während Professoren sich selbst im Netz zu Wissensanbietern entwickeln würden. Dem müssten die Bibliotheken das Katalogisieren und Verfügbarmachen von Informationen auf höchsten Niveau entgegenstellen. Dabei sollte die soziale Interaktion mit den Nutzern etwa über mit Web-2.0-Funktionen zur Bewertung von Informationsressourcen ausgebaut werden. (Stefan Krempl, 21.02.2008 17:02, http://www.heise.de/newsticker/meldung/103885)

Europa führt bei Open Source

Ich habe ein Interview mit Andrew Aitken bei der heise-Konferenz Open Source Meets Business gemacht. Andrew ist der Gründer und Managing Partner der Olliance Group und berät Firmen wie IBM, Microsoft, Motorola, große Banken oder auch die US Navy zu ihren Open Source-Strategien. Sein Fokus ist vor allem "Commercial Open Source". Nach Aitken ist Europa weltweit gesehen an der Spitze bei der Einführung von Open Source, nicht jedoch unbedingt bei der kommerziellen Verwertung von Open Source Software.

Videolink: http://video.google.com/videoplay?docid=1399202456228324192
Kamera: Stefan Koehler

Aitken: “I would say Asia is probably three years behind North America, and which is behind five years behind Europe. ... Europe is the leader in the adoption of Open Source, not necessarily commercial Open Source, but Europe is clearly the leader in the adoption of Open Source in general.”

Wie können wir diese Erkenntniss für die Einführung freier Suchmaschinen nutzen? Ich bin der Meinung, freie Suchmaschinen können wahrscheinlich nur über den kommerziellen Weg verstärkt in der "Google-Gesellschaft" Einzug halten. Das bedeutet, es müssen Produkte da sein, für die Firmen Subscriptions etc. kaufen können und die eine Alternative zur Googlesuche für Firmen darstellen. Aus den Einnahmen kann die weitere Entwicklung bezahlt werden. Leider konnte ich den Vortrag von Bernd Fondermann auf der Konferenz nicht verfolgen. Unter dem Titel "Mach es wie Google" sprach er über Apache Lucene.

"Apache Lucene bietet eine vollwertige Suchmaschine auf Java-Basis, die in Unternehmensanwendungen integriert werden kann. Subprojekte erweitern die Suchmaschine um Crawler, massive Skalierbarkeit und eine Server-Komplettlösung." (http://www.heise.de/events/2008/open_source_meets_business/listview/55/p...)

"Google muss reguliert werden" - sagt Prof. Maurer, TU Graz

In einem bemerkenswerten Interview in der Zeitschrift "Technology Review" sagt Prof. Maurer am Schluss:


Technology Review: Wo sehen Sie Google in den nächsten 10 Jahren, falls der Staat entscheidet, nicht zu regulieren?

Maurer: Als einen Machtfaktor, der stärker als jeder Staat ist. Und als einen Monopolisten, der nicht akzeptierbar ist.

Das gesamte Interview finden Sie unter http://www.heise.de/tr/Google-muss-reguliert-werden--/artikel/101926

Ich hatte diese Diskussion (Regulierung oder nicht) hier im Blog auch schon mal angestossen:
Sind Sie für oder gegen Regulierung bei Quasi-Monopolbildungen?

In dieser Abstimmung gibt es eine klare Mehrheit FÜR Regulierung. Wahrscheinlich ist dieses Thema (Regulierung gegen Monopolbildungen im Internet) nur Teil eines umfassenderen Problems: der Macht von globalen Konzernen im Zeitalter der Globalisierung, der De-Regulierung, des staatlichen Rückzugs aus möglichst vielen Bereichen. Daher scheint mir das o.g. Maurersche Statement durchaus begründet.

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Markus Beckedahl zu DRM

Markus Beckedahl (netzpolitik.org) äußert sich in einem Interview, das in der Sendung 3sat neues ausgetrahlt wurde, über das Thema Digital Rights Management (DRM). Er bezeichnet DRM als "riskante" Technologie und kritisiert, dass durch DRM auch Zensur ermöglicht würde. Ironischerweise (?) steht das Video des Beitrages, das bei Google Video angeboten und in anderen Blogeinträgen (z.B.

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Suchmaschinen, Politik und YaCy

(Der komplette zugehörige Artikel zu YaCy: in iX2/08, S.102-105)

Wer heute Informationen sucht, benutzt eine Suchmaschine. Die wiederum
wählt aus, welche Informationen aus der unendlich erscheinenden
Vielfalt sie anzeigt und "entscheidet" so darüber, was der
Fragestellende findet (=weiß).

Serchilo: Meta Search Engine with Wiki Commands

I followed a lightning talk of Georg Jähnig on serchilo.net at the 24c3 Chaos Communication Congress. The video is available now in the torrent network. I uploaded it to Google Video (please post alternatives as comments). Last year I already published an interview with Georg in German. He put quite a lot of work in improving the website and making it more international since then. Hope his ideas takes off even more in the upcoming year. Would be great to have him at the SuMa-eV congress this year as well.

Videolink: http://video.google.com/videoplay?docid=-5416119002471085549

Wikia Search Online

Die freie Suchmaschine von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ist nun endlich in einer ersten Alpha-Version Online. Im Netz gibt es dazu bereits zahlreiche Kritiken:

News Google: wikia search

Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung

Seit dem 1.1.2008 gibt es in Deutschland das "Überwachungsgesetz für
Telefon und Internet". Weil sich "Überwachungsgesetz" nicht gut
anhört, wurde es umgetauft in "Vorratsdatenspeicherung".

Im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung sehe ich:

1) eine Überwachungsmaßnahme, welche die Demokratie in Deutschland in
ernste Gefahr bringt,

2) einen Ausdruck von Hilflosigkeit, Unkenntnis und Unverständnis
gesetzgebender Organe über Internet-Technologien.

Die Überwachungsmaßnahme stellt jeden Bürger unter Generalverdacht; man
stelle sich vor, in einem demokratischen Staat würde der gesamte
Verkehr der gelben Post überwacht: jeder Absender und jeder Empfänger
eines Briefes würde protokolliert. Ermittlungsbehörden könnten
jederzeit nachverfolgen, wer wem wann wieviele Briefe geschickt hat.
Eine absurde Vorstellung? Genau das soll mit dem Gesetz zur
Vorratsdatenspeicherung im Deutschland des Jahres 2008 Wirklichkeit in
der elektronischen Kommunikation werden.

Nun ist die elektronische Kommunikation jedoch deutlich schwieriger zu
verstehen, als die der Briefpost. Und an diesem Punkt lässt das Gesetz
erkennen, dass seine Macher die Grundlagen dieser Kommunikation
überhaupt nicht verstanden haben: jeder, der auch nur minimale
technische Fähigkeiten besitzt oder willens ist, sie zu erlernen, ist
in der Lage, das Gesetz technisch auszuhebeln. Jeder, der im Internet
Böses im Schilde führt, wird das ebenfalls tun - lediglich der
"Otto-Normalverbraucher" bleibt auf der Strecke, und ist der
vollständigen Überwachung hilflos ausgeliefert.

Wollte man das technisches Aushebeln dieses Gesetzes "einfach"
verbieten, so wie technische Laien sich das vorstellen, so müsste man
auch sämtliche Telefonverbindungen ins Ausland überwachen - in alle
demokratischen Staaten in dieser Welt, zu denen Deutschland dann nicht
mehr gehörte. Und selbst in China gelingt das nicht immer.
Bereits der IT-Gipfel der Bundesregierung am 11.12.2007 in Hannover
zeigte, wie gering das Verständnis in der Bundesregierung und bei ihren
Beratern für die Grundlagen der Internet-Technologie ist. Aber auch für
die Inkompetenz ihrer Berater trägt die Bundesregierung die volle
Verantwortung. Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ist die
juristische, IT-politische und intellektuelle Bankrotterklärung
gegenüber den Herausforderungen der technologischen Zukunft.

Ergänzung:

Die Affäre um den Missbrauch von Daten, die bei der Telekom auf Vorrat gespeichert wurden, zeigt glasklar, dass solche Datensammlungen IMMER auch missbraucht werden
(http://www.heise.de/newsticker/meldung/109545/). Alles andere zu glauben wäre äußerst naiv.

Wolfgang Sander-Beuermann

Yahoo Stellungnahme zur “versteckten Werbung”

Vor kurzem wurde in der Blogosphäre ein paar Posts zu dem Thema "Verkauft Yahoo organische Suchergebnisse?" geschrieben und von vielen kommentiert. Da ich ein paar gute Kontakte zu Yahoo habe, habe ich diese gleich mal angeschrieben mit der Bitte um Stellungnahme zu diesem Kritikpunkt. Anbei die Antwort dazu:

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