Laut einer Umfrage eines Teams von Elementarteilchenphysikern spielen kommerzielle Suchmaschinen bei der Recherche nach wissenschaftlichen Arbeiten für Wissenschaftler ihrer Disziplin kaum eine Rolle. Die Umfrage wurde auf dem "HEP Information Summit"
vorgestellt. An ihr nahmen mehr als 2000 Wissenschaftler weltweit teil, dass sind rund 10% der im Bereich der Elementarteilchenphysik tätigen Forscher. Durchgeführt wurde die Studie von Anne Gentil-Beccot, Salvatore Mele (European Organization for Nuclear Research), Annette Holtkamp (Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY), Heath B. O’Connell (Fermilab Library) and Travis C. Brooks (Stanford University). Bevorzugt werden von den befragten Wissenschaftlern in erster Linie communitybasierte Suchmaschinen und Datenbanken.
The main finding of the survey is that community-based services are overwhelmingly dominant in the research workflow of HEP scholars. Although the popularity of Google increases with younger researchers, the field-specific utility provided by these highly-tailored services is perceived as more relevant. Commercial systems are virtually unused in the field. While the various community-based systems have stronger and weaker features, users attach paramount importance to three axes of excellence: access to full-text, depth of coverage and quality of content. (http://arxiv.org/pdf/0804.2701, pdf 412 KB)
Richard Sietmann stellt die Ergebnisse der Umfrage in Kontrast zu einer noch unveröffentlichten Studie der
Deutschen Forschungsgemeinschaft:
Dieses Ergebnis kontrastiert
mit den Zahlen, die kürzlich eine noch unveröffentlichte Studie der
Deutschen Forschungsgemeinschaft zutage förderte, wonach Google bei der
Suche nach wissenschaftlichen Arbeiten an erster Stelle steht. An der
DFG-Untersuchung hatte man allerdings Wissenschaftler aus allen
Fachrichtungen befragt, und sie beschränkte sich auf den deutschen Raum. Dagegen war die gemeinsame Umfrage der Großforschungseinrichtungen
CERN, DESY, Fermilab und SLAC weltweit und disziplinspezifisch
angelegt ... In der Elementarteilchenphysik stützen sich die Wissenschaftler
überwiegend – zu 91,4 Prozent – auf die von der HEP-Community selbst
aufgebauten und betriebenen Datenbanken; für 48,2 Prozent ist (SPIRES), für 39,7 Prozent der Preprint-Server arXiv
bei Recherchen die erste Anlaufstelle. Die von kommerziellen
Wissenschaftsverlagen angebotenen Datenbanken und Suchmaschinen wie SCOPUS, INSPEC oder Web of Science kommen lediglich auf einen Anteil von 0,1 Prozent und spielen in dieser Disziplin praktisch keine Rolle.
Zur Rolle von Google und Sozialen Netzwerkdiensten stellt er auf Grundlage der Untersuchung fest:
Google hingegen ist unter jüngeren Wissenschaftlern offenbar im
Kommen. Unter denen, die erst seit zwei Jahren aktiv tätig sind, ist
die kalifornische Universalsuchmaschine für jeden fünften das System
der Wahl. "Google profitiert sehr stark davon, dass die von der
Community betriebenen Systeme ihre Inhalte frei dem Sammeln zur
Verfügung gestellt haben", meint Salvatore Mele vom CERN. "Wie in
anderen Disziplinen auch operiert Google als eine breiter aufgestellte
Alternative zu den Verlagsportalen." Auf zunehmende Akzeptanz stoßen der Umfrage zufolge die
Social-Networking-Tools des Web 2.0. Auf die Frage, wieviel Zeit sie
für das Tagging von Artikeln über ein einfaches Web-Interface
aufbringen würden, gaben 81Prozent der Forscher mehr als 30 Minuten pro
Woche an; lediglich 19 Prozent sahen in dem Tagging keinen Dienst an
der Community und lehnten es völlig ab – das Verhältnis zwischen
Zustimmung und Ablehnung dieses Kommunikationskanals zur
Kategorisierung der Arbeiten anderer blieb in allen Altersgruppen
nahezu gleich... (22.05.2008 10:37, Richard Sietmann, jk/c't, http://www.heise.de/newsticker/Kommerzielle-Suchmaschinen-in-der-Element...)
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