„Mit jeder einzelnen Suchanfrage unterstützen Sie eine Hilfsorganisation Ihrer Wahl!“ – so das Motto der neuen Internet-Suchmaschine www.benefind.de. Das Sozialunternehmen benefind spendet alle Einnahmen aus der gleichnamigen Suchmaschine an anerkannte Hilfsorganisationen. Dank der Unterstützung durch Bing.de, der Suchmaschine von Microsoft, werden dem Nutzer gleichzeitig Suchergebnisse auf gewohnt hohem Niveau präsentiert.
Der aktuelle Stand der Suchmaschinen-Technologie wird plausibel vor dem Hintergrund seiner Entwicklungsgeschichte und der des Internet. Die momentane Lage, die gekennzeichnet ist durch das Googlesche Quasimonopol, ist nur folgerichtiges Produkt dieser Entwicklung.
Der Übergang zwischen Suchmaschine und allgemeiner Internet-Platform, früher meist Portal genannt, ist fließend. Auch Google ist längst viel mehr als Suchmaschine. Ein Großteil des Zukunftskapitals liegt möglicherweise gar nicht mehr in der Suchfunktionalität, sondern in der Nutzung der Schwarmintelligenz [1] durch hohen Nutzerzahlen. Ein erstes Beispiel dafür ist Google-Flu [2].
Wie sieht die Zukunft des digitalen Weltwissens aus? Wer bestimmt, was wir zu sehen bekommen und was im Verborgenen bleibt? Wieso verlassen sich so viele Menschen auf einen einzigen Zugang zum Wissen im Netz? Zu diesen Fragen wurde in den letzen Jahren viel diskutiert aber wenig Konkretes unternommen. Das soll sich ändern, sagt Dr. Wolfgang Sander- Beuermann, Geschäftsführer des SuMa-eV:
"Von einem freien, pluralistischen und demokratischen Zugang zum Wissen im Netz kann schon lange nicht mehr die Rede sein.
Heute Nachmittag war es mal wieder soweit: Google lieferte für knapp eine Stunde Unfug: http://www.golem.de/0901/64971.html , aber keine Ergebnisse. Dieses Szenario - Totalausfall Google - will in der Monopol-Diskussion selten jemand glauben.
Ich selber hatte leider nicht das Vergnügen, diesen Unfug zu sehen (dazu benutze ich Google zu selten). Aber bei Golem kann man unter http://scr3.golem.de/?d=0901/Goolge-Malware&a=64971&s=2 nachsehen, was Google zum Suchwort >google< an Ergebnissen lieferte, nämlich das Statement "Diese Website kann Ihren Computer beschädigen":
Welch Selbsterkenntnis! ;-)
Willkommen im neuen Jahr und in der IT-98%-Bananenrepublik! Als wir den SuMa-eV vor viereinhalb Jahren gegründet haben, gab es noch eine vielfältige Suchmaschinenlandschaft. Jetzt ist endgültig der Zustand eingetreten, vor dem wir immer gewarnt haben: die grossen Drei (Google, Yahoo, MSN) haben mit ihren Suchmaschinen zusammen 98% Marktanteil. Dazu kommt als 4-te amerikanische Firma "Ask" mit 0,5%. In den Nischen der restlichen 1,5% tummeln sich alle anderen noch nicht insolvent gewordenen oder die wenigen Newcomer.
Namhafte globale europäische IT-Firmen oder Entwicklungen gibt es nicht, ein ganzer Industriezweig liegt brach in Europa. Dass das nicht so sein muss, zeigen z.B. Russland und China. Warum ist es in Europa und in Deutschland so gekommen?
Im aktuellen SPIEGEL (Nr. 46 vom 10.11.2008, S. 155) findet sich ein Artikel mit der Überschrift "Marken vernebeln das Gehirn". In diesem Artikel wird eine Studie der schweizer Hochschule St.Gallen zitiert: "... dass Markenartikel im Gegensatz zu Produkten ohne bekannten Namen hochemotional wirken." Das Ganze wurde mittels der Messung von Hirnaktivitäten durch Magnetresonanztomografie wissenschaftlich abgesichert. Zitat: "'Was hochemotionale Marken so erfolgreich macht, ist ihre Verankerung im menschlichen Gehirn'. Deshalb fühle sich ein Konsument stark zu bestimmten Marken hingezogen, unabhängig von rationaler Information."
Warum schreibe ich das hier in einem Blog über Suchmaschinen? Die bekannteste Marke der Welt heisst "Google" ... Oder glaubt wirklich jemand, am Computer würden Auswahlentscheidungen anders als im richtigen Leben getroffen?
Wolfgang Sander-Beuemann
Am 9. und 10.10.2008 fand an der FU Berlin die zweite Fachtagung für Datenschutzbeauftragte an Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen statt. Ich selber habe dort am Nachmittag des 9.10. einen Vortrag gehalten, über Datensparsamkeit und Suchmaschinen: Kein Widerspruch!, der beschreibt, wie der Datenschutz bei MetaGer im Detail realisiert ist. Zum Abschluss des ersten Tages spielten dann Die Betakteten das Das Lied vom Datenkraken, was vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.
Neueste Kommentare
vor 2 Wochen 1 Tag
vor 5 Wochen 2 Tage
vor 5 Wochen 6 Tage
vor 12 Wochen 6 Stunden
vor 12 Wochen 1 Tag
vor 12 Wochen 1 Tag
vor 12 Wochen 1 Tag
vor 12 Wochen 1 Tag
vor 12 Wochen 1 Tag
vor 12 Wochen 1 Tag