Monopole

Turing-Test reverse: wann sind Computerprogramme 'intelligenter' als Menschen?

In einem Vortrag zur DGI-Tagung auf der Frankfurter Buchmesse 2009 habe ich zu zeigen versucht, dass wir erst ganz am Anfang einer wissenstechnologischen Entwicklung stehen, welche Perspektiven eröffnet, die wir bisher für utopisch hielten und allein der Science Fiction zuordneten: "allwissende" Informationssysteme widersprechen NICHT den Fundamentalsätzen der Physik, und sie WERDEN eines Tages funktionierende Realität werden. Dabei sprechen wir zwar über Zeiträume von Jahrzehnten oder Jahrhunderten, aber wir müssen unsere gesellschaftlich-politischen Randbedingungen daran orientieren, damit 1984 nicht 100(?) Jahre später doch noch real wird.

Obiges Faktum ("allwissende Informationssysteme werden Realität werden") sagt noch nichts darüber aus, wie diese "Allwissenheit" strukturiert und organisiert ist, auf welcher physikalischen Basis sie realisiert wird und welchen Grad sie erreicht. Werden solche System den Turing-Test bestehen? Die Antwort ist offen. Nehmen wir aber einmal an, wofür es gute Gründe gibt, solche Systeme werden nach den Kriterien des Turing-Test als "intelligent" bezeichnet werden können.

Dann muß die nächste Frage doch folgerichtig lauten: kann es auch Systeme geben, welche die menschliche Intelligenz ÜBERTREFFEN?

Missbrauch der Quasi-Monopolstellung durch Google?

Zunächst mal: Achtung - der Titel hat am Schluß dieses Zeichen "?", ein Fragezeichen! Es ist keine Aussage. sondern eine Fragestellung an die Leser dieses Blogs. Diese Fragestellung ist durch Folgendes motiviert: Google bietet immer neue Dienste an, die es im Internet zwar bereits gibt - aber Google bietet sie im Unterschied zur Konkurrenz kostenlos an. Die Folge: die Konkurrenz auf dem jeweiligen Gebiet geht ein/pleite. Google kann das deswegen kostenlos anbieten, weil an anderer Stelle (bei der Suche mit Online-Werbung) genug Geld verdient wird (Querfinanzierung).

Erstes Beispiel für dieses Vorgehen war Google-Analytics. Nachdem Google dieses Programm zur statistischen Auswertung von Webservern kostenlos im Netz anbot, hatten all die Firmen, welche diesen Dienst kostenpflichtig anboten, keine Chance mehr. Zunächst freut man sich als Verbraucher oder Anwender natürlich, wenn es einen zuvor kostenpflichtigen Dienst nun kostenlos gibt. Aber wenn von diesen Diensten einer nach dem anderen von einer einzigen Firma übernommen wird? Jüngstes Beispiel: das gratis-Navi für das Google-Handy. Der Aktienkurs des Navi-Anbieters TomTom ging zur gleichen Zeit in den Keller, was kein zufälliges Zusammentreffen sein dürfte - und es fragt sich, ob TomTom überleben kann.

Dienstag, 20.10.2009 - SuMa-eV im TV bei "Quarks & Co"

In der WDR-Sendereihe "Quarks & Co" gibt es morgen Abend (Dienstag, 20. Oktober 2009, 21.00 - 21.45 Uhr) eine Sendung unter der Überschrift "Die Macht des Internets". Die Beschreibung liest sich auf jeden Fall interessant: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/1020/uebersicht_inter... und voraussichtlich (so ganz genau weiss man das ja vorher nie) wird auch über SuMa-eV und Umfeld berichtet.

Update: Die Monopol-Problematik wurde zwar kurz behandelt, aber SuMa-eV war leider weggeschnitten, www.metager.de kam vor. Die Sendung gibts auch als Podcast unter http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/1020/uebersicht_inter.... Texte und Links dazu unter: http://www.wdr.de/tv/quarks/global/pdf/Q_Internet.pdf

Update: hier der Link zum Download der gesamten Sendung

OpenAccess/freiesWissen <-> Urheber-/Leistungsschutzrecht

Wenn ich Blogeinträge schreibe, dann weiss ich (sonst) meistens, was dabei herauskommt, oder zumindest, was ich möchte, dass es dabei herauskommt. In diesem Blogeintrag ist das anders: denn ich habe bisher keine klare Meinung oder Position zum in der Überschrift genannten Thema. Ich habe womöglich manchmal sogar mehrere Meinungen dazu in mir, die sich vielleicht sogar widersprechen. Dennoch ist mir klar, dass unsere digitale Wissensgesellschaft aus dem jetzigen Urheber-/Leistungsschutzrecht und ihren Verwertungsmodellen einen Weg in die Zukunft finden muss.

Wenn ich mich umschaue, welche Positionen andere zu diesem Thema haben, dann kann ich nur eine Gruppe erkennen, welche eine ganz glasklare Position hat: nämlich die Gruppe, die nichts verändern möchte, und alles Bisherige auch in der Zukunft fortsetzen möchte, die Digitalisierung und das Internet ignorierend, bzw. mit der Forderung, dass das Internet an das tradierte Recht angepasst werden müsse. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Position zukunftsfähig ist.

Um meine Gedanken zum Thema weiter zu sortieren, beginne ich mit einer Erfahrung aus meinem eigenen Leben. 1995 hatte ich ein Buch geschrieben mit dem Titel "Internet: Kurz und fündig".

22 Thesen des SuMa-eV

Für demokratischen Wissenszugang im Internet

  1. Täglich gründen wir unsere Entscheidungen auf Erfahrung und aktuell verfügbares Wissen.

  2. Sofern wir zusätzliches Wissen benötigen, informieren wir uns durch Zugriff auf Medien wie Zeitung, Buch und mehr und mehr auf das Internet.

  3. Das Internet bildet einen ständig wachsenden Teil des Weltwissens als amorphes Informationsuniversum ab.

  4. Zugang hierzu erhalten wir über Suchmaschinen, die uns auf eine Anfrage hin Ergebnisse in Form einer Liste von Verweisen auf geeignete Quellen geben.

  5. Informationsquellen im Internet sind jedoch von sehr unterschiedlicher Qualität.

  6. Es ist daher wichtig, zuverlässig Verweise auf sichere, stimmige Quellen zu erhalten.

  7. Die Reihenfolge und damit Bewertung dieser Verweise - das soge

Die Monokultur - Google über Google: "Diese Website kann Ihren Computer beschädigen"

google Heute Nachmittag war es mal wieder soweit: Google lieferte für knapp eine Stunde Unfug: http://www.golem.de/0901/64971.html , aber keine Ergebnisse. Dieses Szenario - Totalausfall Google - will in der Monopol-Diskussion selten jemand glauben.

Ich selber hatte leider nicht das Vergnügen, diesen Unfug zu sehen (dazu benutze ich Google zu selten). Aber bei Golem kann man unter http://scr3.golem.de/?d=0901/Goolge-Malware&a=64971&s=2 nachsehen, was Google zum Suchwort >google< an Ergebnissen lieferte, nämlich das Statement "Diese Website kann Ihren Computer beschädigen":

Welch Selbsterkenntnis! ;-)

Beeindruckender Vortrag bei Fachtagung für Datenschutzbeauftragte in Berlin

Am 9. und 10.10.2008 fand an der FU Berlin die zweite Fachtagung für Datenschutzbeauftragte an Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen statt. Ich selber habe dort am Nachmittag des 9.10. einen Vortrag gehalten, über Datensparsamkeit und Suchmaschinen: Kein Widerspruch!, der beschreibt, wie der Datenschutz bei MetaGer im Detail realisiert ist. Zum Abschluss des ersten Tages spielten dann Die Betakteten das Das Lied vom Datenkraken, was vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Yahoo-Suchmaschine "SearchMonkey" zum Zusammenklicken, aber nicht offen

Yahoo hat eine Suchmaschine namens SearchMonkey ins Netz gestellt. Damit können Websitebesitzer z.B. ihre eigens angepasste Suchoberfläche auf der eigenen Seite anbieten oder auch die Suchweite eingrenzen. 

So lässt sich zum Beispiel eine Site-übergreifende Suche aufbauen, die die zum Suchtreffer passende Adresse, Bewertungen oder den Börsenkurs anzeigt. Bei der Einrichtung hilft ein Assistent, der den Anwender in fünf Schritten Design und Datenfelder auswählen lässt. Der resultierende PHP-Code kann zwecks Feinabstimmung direkt bearbeitet werden. Auch für den Aufbau der passenden Webdienste bietet SearchMonkey Assistenten. (heb/c't)  (15.05.2008 18:02, http://www.heise.de/newsticker/Yahoo-veroeffentlicht-Suchmaschine-zum-Se...)

Das Konzept an sich gibt es schon länger bei Google. So kann man seine benutzerdefinierte Suchmaschine auch hier selber designen. Die Möglichkeit das Design einer Suchmaske zu ändern und die Suche einzuschränken, ändert nichts daran, dass die Suchmaschinentechnologie von Yahoo unfrei ist und Unabhängigen keinen Einblick in den Code gewährt wird. Zudem wissen Nutzer bei Yahoo, genauso wie bei Google oder Microsoft nicht, welche Daten, wie lange und wo gespeichert werden und inwieweit dies die Privatsphäre der Nutzer möglicherweise beeinträchtigt oder beeinträchtigen kann.

Auf der Website von SearchMonkey behauptet Yahoo zudem: "SearchMonkey is Yahoo! Search's new open platform." Nur weil Yahoo hier eine Api (Schnittstelle) bereitstellt und Entwickler Anwendungen bauen dürfen, handelt es sich bei SearchMonkey jedoch noch lange nicht um eine offene Suchmaschine, im Sinne von "Open Source" und noch weniger um eine freie und offene Suchmaschine, im Sinne von "free as in freedom". Nichts ändert sich an der genutzten Technologie hinter Suche. Sie basiert weiterhin auf die proprietären und geschlossenen Yahoosuch-Technologie

SearchMonkey is Yahoo! Search's new open platform.

Using SearchMonkey, developers and site owners can use structured data to make Yahoo! Search results more useful and visually appealing, and drive more relevant traffic to their sites. How does it work? The SearchMonkey developer tool helps you find and construct data services that you can use to build apps. Once you've built your app, you can use it yourself and share it with others.

Getting Started

1. Visit the Developer overview or Site Owner overview to learn more about participating in SearchMonkey
2. Browse the SearchMonkey Guide to learn what it takes to build a SearchMonkey app
3. Start building your data service or app using the SearchMonkey developer tool

(16. Mai 2008, http://developer.yahoo.com/searchmonkey/)

Regulierungen und Kartellrecht bei Quasi-Monopolbildung im Internet

In einer Studie der TU Graz wird mit drastischen Worte vor der globalen Bedrohung durch Monopole a la Google in der Informationsgesellschaft gewarnt, und es werden konkrete Maßnahmen von der EU-Kommission und dem EU-Parlament gefordert, u.a. auch kartellrechtliche Eingriffe auf allen Ebenen und weitere Regulierungsmaßnahmen; mehr unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/99953 ...
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