Das digitale Wissen der Welt soll im Internet für jede/n erreichbar sein. Suchmaschinen sind ein wichtiger Weg, es erreichbar/er zu machen. Weitere Instrumente, wie soziale Netze, folgen. Diese Wege sind so wichtig, dass wir
2004 den SUMA-EV gegründet haben, um freien Wissenszugang sichern zu helfen.

Ein konvertierender Google-Fan

Im Blog Search Engine Guide berichtet Stoney Degeyter von seinem Vorsatz, Google als Standard-Suchmaschine aus seinem Browser zu entfernen. Er bezeichnet sich zwar als Google-Fan, sieht aber die Vorteile einer vielfältigen Suchmaschinen-Landschaft und will seine Google-Gewohnheit deswegen ablegen. Ein lesenswerter Artikel, der die Gefahren des Google-Monopols noch einmal aus einer persönlichen Sicht darstellt.

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98%

Willkommen im neuen Jahr und in der IT-98%-Bananenrepublik! Als wir den SuMa-eV vor viereinhalb Jahren gegründet haben, gab es noch eine vielfältige Suchmaschinenlandschaft. Jetzt ist endgültig der Zustand eingetreten, vor dem wir immer gewarnt haben: die grossen Drei (Google, Yahoo, MSN) haben mit ihren Suchmaschinen zusammen 98% Marktanteil. Dazu kommt als 4-te amerikanische Firma "Ask" mit 0,5%. In den Nischen der restlichen 1,5% tummeln sich alle anderen noch nicht insolvent gewordenen oder die wenigen Newcomer.

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Charta des digitalen Datenschutzes und der Informationsfreiheit

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat eine bemerkenswerte
Initiative gestartet: den Aufruf zur Diskussion über eine "Charta des
digitalen Datenschutzes und der Informationsfreiheit": http://www.bfdi.bund.de/cln_027/nn_531002/sid_ECD5D473272E8C048926A58394...

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Folgerichtiges Weiterdenken der Vorratsdatenspeicherung

In Deutschland soll "dank" Vorratsdatenspeicherung jede EMail-Kommunikation zwischen allen Bürgern auf Vorrat gespeichert werden. Bei jeder EMail wird also gespeichert, WER als Absender an WEN als Empfänger geschrieben hat. Da ist es doch nur folgerichtig, wenn das Gleiche auch für die Briefpost gilt - sonst schreiben sich Terroristen ihre Briefe einfach mit der Post und stecken diese in den nächsten Briefkasten; es kann ja wohl nicht Sinn der Aktion sein, die terroristsischen Aktivitäten aus dem Internet in die Briefkästen zu verlegen. Im Nachbarland Polen hat man dieses bereits erkannt und tut genau das:

Zitat (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29158/1.html): "Der polnische Geheimdienst ABW lässt zum Aufbau einer Datenbank
Absender und Empfänger von Briefen sowie deren graphologischen Daten
scannen". Sehr gut erkannt ist dort, dass man natürlich auch die graphologischen Daten speichern muss!

Das Ganze ist leider kein Scherz, und wir haben auch nicht den 1. April, sondern bei unseren Nachbarn in Polen bereits Realität. Wenn in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung vom Verfassungsgericht nicht gestoppt werden sollte, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis wir auch in Deutschland soweit sind - auch wenn das jetzt in der Politik heftig bestritten werden sollte, es ist doch nur logisch und folgerichtig.

Wolfgang Sander-Beuermann

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Schleswig-Holstein macht es vor: Googles Streetview stoppen

Eine, wie ich finde, sehr interessante PRESSEMITTEILUNG von Grietje Staffelt:

02. Oktober 2008

Schleswig-Holstein macht es vor: Googles Streetview stoppen

Zum vorläufigen "Verzicht" Googles, in Schleswig-Holstein systematisch Straßenzüge
abzufotografieren und diese Fotos im Internet zu
veröffentlichen, erklärt Grietje Staffelt, medienpolitische Sprecherin:

Die Foto-Aktion ist überall rechtswidrig, nicht nur in Schleswig-Holstein. Google muss
sie daher in allen Städten und Gemeinden
sofort stoppen. Wer Straßenzüge ablichten und veröffentlichen will, braucht nun einmal
die Einwilligung der Betroffenen - alles
andere ist illegal.

Seit langem missachtet der Internetgigant die Privatsphäre der Menschen, indem er
Unmengen an persönlichen Daten sammelt,
auswertet und für kommerzielle Zwecke verfügbar macht oder sich sogar politisch
instrumentalisieren lässt. Wir müssen dieser
Datenklauberei endlich einen effektiven Riegel vorschieben.

Wir werden uns in den kommenden Beratungen über die Reform des Datenschutzes für
entsprechende Verschärfungen einsetzen.
Wir wollen gesetzlich absichern, dass auch kritische Geodaten tatsächlich nur nach
vorheriger Einwilligung von Betroffenen
erhoben und genutzt werden können.

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Büro Grietje Staffelt (MdB)
Medienpolitische Sprecherin
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Platz der Republik 1
11011 Berlin

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Echo zum SuMa-Kongress

Der SuMa-Kongress vom 25.09.08 hat bereits an ein paar Stellen im Netz Beachtung gefunden.

Politik zeigt keine Sensibilität für Suchmaschinen-Quasimonopol

"Suchmaschinen sind die zentralen Instrumente der
Informationsgesellschaft und damit wesentlicher Bestandteil der IT- und
Medien-Politik", so ein Leitgedanke des diesjährigen 5. Suchmaschinen
Kongresses in Berlin. Highlights der Veranstaltung am 25.9.08 waren
neben den gewohnt qualifizierten und vielfältigen Fachvorträgen die
erstmalige Verleihung der Suma Awards 2008 durch den MP3-Erfinder
Professor Karlheinz Brandenburg und die Podiumsdiskussion der
medienpolitischen Sprecher/innen aller Fraktionen des Deutschen
Bundestages zu ihren IT-politischen Zielen.

Thema der Podiums- und Plenumsdiskussion war "die Zukunft der digitalen
Informationsgewinnung in Deutschland". Hierzu waren die
medienpolitischen Sprecher/innen Dorothee Bär für die "CDU/CSU", Heiko
Hilker i.V. von Prof. Dr. Lothar Bisky für "DIE LINKE", Malte Spitz
i.V. von Grietje Staffelt (geb. Bettin) für "BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN",
Jörg Tauss für die "SPD" und Christoph Waitz für die "FDP" auf dem
Podium vertreten. Die Parteienvertreter stimmten darin überein, dass
Suchmaschinen eine zentrale Funktion im Internet haben. Im Hinblick auf
die quasimonopolistische Struktur des Suchmaschinemarktes wird von
politischer Seite jedoch kein Handlungsbedarf gesehen, auch nicht in
Anbetracht von 90% Marktanteil eines einzigen Anbieters.

Während die Regierungsparteien auch generell zum Thema Suchmaschinen
wenig Handlungsbedarf sehen, betonte insbesondere der Vertreter der
Partei "DIE LINKE" die Notwendigkeit eines transparenten Schutzes von
Nutzerdaten. Aus dem Publikum wurde u.a. mehrfach gefordert, die
Haftungsfrage von Suchmaschinen-Betreibern endlich gesetzgeberisch zu
regeln.

Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen SuMa-eV Kongresses in der
niedersächsischen Landesvertretung in Berlin war die Preisverleihung
der erstmals ausgelobten SuMa Awards 2008. Die Jury hatte sich bewusst
nicht für einen einzelnen Preisträger oder ein bestimmtest Fachgebiet
entschieden, sondern parallel zu den gesellschaftlich vielschichtigen
Wirkungen von Suchmaschinen die Preise auf drei Bereiche verteilt:
Suchmaschinentechnik (www.opportuno.de), Medienkunst (www.oamos.de) und
Musik. In seiner ausführlich auf die Preise eingehenden Laudatio
brachte Prof. Karlheinz Brandenburg diese Vielschichtigkeit deutlich
zum Ausdruck. Der Live-Auftritt der Musiker mit dem "Lied vom
Datenkraken" ist im Internet zu sehen und zu hören unter
http://vimeo.com/1817137

Der Geschäftsführer des SuMa-eV, Dr. Wolfgang Sander-Beuermann,
kündigte an, die SuMa Awards auch 2009 in ähnlicher Weise fortzuführen,
denn die Awards sind wichtiger Bestandteil einer fortgeschrittenen
Auseinandersetzung mit den fundamentalen Problemen der
Informationsgesellschaft. Die detaillierten Ausschreibungsbedingungen
mit den Daten für 2009 werden in Kürze unter http://suma-awards.de
erscheinen; die Inhalte der Fachvorträge werden ebenfalls demnächst
über die Webseite des Kongresses abrufbar sein:
http://suma-ev.de/forum08.



Wolfgang Sander-Beuermann

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