Das digitale Wissen der Welt soll im Internet für jede/n erreichbar sein. Suchmaschinen sind ein wichtiger Weg, es erreichbar/er zu machen. Weitere Instrumente, wie soziale Netze, folgen. Diese Wege sind so wichtig, dass wir
2004 den SUMA-EV gegründet haben, um freien Wissenszugang sichern zu helfen.

Grant Ingersoll von Lucene fordert freie Evaluierungsdaten fuer Open Source Search Engines

Grant Ingersoll, Entwickler bei Lucene, Solr und Mitbegründer von Mahout, hat zwei interessante Beitraege zum Thema freie Evaluierungsdaten geschrieben.

Lucene Logo
Es geht dabei darum, dass Entwickler z.B. von freien Suchmaschinen zur Evaluierung ihrer Software freie Testdaten benötigen. Im Falle einer Suchmaschine heißt das, ich brauche einen Korpus von Webseiten sowie eine Reihe von Queries. Für jede der Queries brauche ich Informationen darüber, welche Dokumente für die Query relevant sind und welche nicht. Die Erstellung solcher Testdaten ist üblicherweise relativ zeitintensiv. Dennoch existieren solche Testdaten sogar in relativ großem Umfang, sind allerdings nur zu Forschungszwecken zugänglich. Die Verwendung der Daten als privater Entwickler dagegen gestaltet sich relativ kostspielig. Grant regt ... an, solche Evaluierungsdaten allgemein zugänglich zu machen bzw. neue Testkorpora zu erstellen und diese dann unter eine weniger restriktive Lizenz zu stellen. Damit soll erreicht werden, dass man freie Implementierungen z.B. von Suchmaschinen* auch einigermaßen problemlos gegeneinander vergleichen kann. ... andere Beispiele wären Machine Learning Algorithmen, Data Mining Frameworks etc. (Isabel Drost, FSF Berlin Mailingliste, 13.6.2008)

Mahout Logo

[via Isabel Drost]

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Google & Co. nur wenig Marktanteil bei Wissenschaftlern aus der Elementarteilchenphysik

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Laut einer Umfrage eines Teams von Elementarteilchenphysikern spielen kommerzielle Suchmaschinen bei der Recherche nach wissenschaftlichen Arbeiten für Wissenschaftler ihrer Disziplin kaum eine Rolle. Die Umfrage wurde auf dem "HEP Information Summit" vorgestellt. An ihr nahmen mehr als 2000 Wissenschaftler weltweit teil, dass sind rund 10% der im Bereich der Elementarteilchenphysik tätigen Forscher. Durchgeführt wurde die Studie von Anne Gentil-Beccot, Salvatore Mele (European Organization for Nuclear Research), Annette Holtkamp (Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY), Heath B. O’Connell (Fermilab Library) and Travis C. Brooks (Stanford University). Bevorzugt werden von den befragten Wissenschaftlern in erster Linie communitybasierte Suchmaschinen und Datenbanken.

The main finding of the survey is that community-based services are overwhelmingly dominant in the research workflow of HEP scholars. Although the popularity of Google increases with younger researchers, the field-specific utility provided by these highly-tailored services is perceived as more relevant. Commercial systems are virtually unused in the field. While the various community-based systems have stronger and weaker features, users attach paramount importance to three axes of excellence: access to full-text, depth of coverage and quality of content. (http://arxiv.org/pdf/0804.2701, pdf 412 KB)

Richard Sietmann stellt die Ergebnisse der Umfrage in Kontrast zu einer noch unveröffentlichten Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft:

Dieses Ergebnis kontrastiert mit den Zahlen, die kürzlich eine noch unveröffentlichte Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft zutage förderte, wonach Google bei der Suche nach wissenschaftlichen Arbeiten an erster Stelle steht. An der DFG-Untersuchung hatte man allerdings Wissenschaftler aus allen Fachrichtungen befragt, und sie beschränkte sich auf den deutschen Raum. Dagegen war die gemeinsame Umfrage der Großforschungseinrichtungen CERN, DESY, Fermilab und SLAC weltweit und disziplinspezifisch angelegt ... In der Elementarteilchenphysik stützen sich die Wissenschaftler überwiegend – zu 91,4 Prozent – auf die von der HEP-Community selbst aufgebauten und betriebenen Datenbanken; für 48,2 Prozent ist (SPIRES), für 39,7 Prozent der Preprint-Server arXiv bei Recherchen die erste Anlaufstelle. Die von kommerziellen Wissenschaftsverlagen angebotenen Datenbanken und Suchmaschinen wie SCOPUS, INSPEC oder Web of Science kommen lediglich auf einen Anteil von 0,1 Prozent und spielen in dieser Disziplin praktisch keine Rolle.

Zur Rolle von Google und Sozialen Netzwerkdiensten stellt er auf Grundlage der Untersuchung fest:

Google hingegen ist unter jüngeren Wissenschaftlern offenbar im Kommen. Unter denen, die erst seit zwei Jahren aktiv tätig sind, ist die kalifornische Universalsuchmaschine für jeden fünften das System der Wahl. "Google profitiert sehr stark davon, dass die von der Community betriebenen Systeme ihre Inhalte frei dem Sammeln zur Verfügung gestellt haben", meint Salvatore Mele vom CERN. "Wie in anderen Disziplinen auch operiert Google als eine breiter aufgestellte Alternative zu den Verlagsportalen." Auf zunehmende Akzeptanz stoßen der Umfrage zufolge die Social-Networking-Tools des Web 2.0. Auf die Frage, wieviel Zeit sie für das Tagging von Artikeln über ein einfaches Web-Interface aufbringen würden, gaben 81Prozent der Forscher mehr als 30 Minuten pro Woche an; lediglich 19 Prozent sahen in dem Tagging keinen Dienst an der Community und lehnten es völlig ab – das Verhältnis zwischen Zustimmung und Ablehnung dieses Kommunikationskanals zur Kategorisierung der Arbeiten anderer blieb in allen Altersgruppen nahezu gleich... (22.05.2008 10:37, Richard Sietmann, jk/c't, http://www.heise.de/newsticker/Kommerzielle-Suchmaschinen-in-der-Element...)

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Soziale Suchmaschine Netselektor in der Betaphase

Tonspion-Gründer Udo Raaf stellt redaktionell betreute soziale Suchmaschine Netselektor in der Betaphase online.

netselektor website Wolfgang Sander-Beuermann: Suchmaschinen sind nicht schlecht - aber in der Auswahl relevanter Webseiten zu einem bestimmten Thema sind Experten aus Fleisch und Blut haeufig viel besser. Fuer andere Themen wiederum weiss die Masse der Nutzer viel mehr, als jedes Expertenteam und jede Suchmaschine. Wiederum andere Anfragen sind tatsaechlich am effizentesten per Suchmaschine zu finden. Also liegt es doch auf der Hand, diese verschiedenen Suchstrategien zu kombinieren. Genau das versucht Netselektor (http://www.netselektor.de).

Der Vermarkter von netselektor beschreibt den Dienst so:

Die Basis von Netselektor bilden die Internetnutzer, die ihre Lesezeichen anderen Nutzern zur Verfügung stellen. Kombiniert wird diese Web 2.0-Anwendung, so genannte Social Bookmarks, mit klassischer redaktioneller Arbeit: Die Redaktion sichtet die gespeicherten Seiten, bewertet sie und nimmt die besten in den ausgewählten Netselektor-Bereich auf. Dabei handelt es sich um Angebote, die einen besonders großen Nutzen oder Unterhaltungswert haben. (Abruf 22.5.2008, http://www.netpoint-media.de/portfolio/netselektor.de.html)

In der Wikipedia steht ebenfalls bereits ein kurzer Eintrag:

Netselektor ist eine deutschsprachige Plattform für Social Bookmarks. Nutzer können ihre Lesezeichen online abspeichern, verwalten und mit anderen Nutzern teilen. Im Unterschied zu anderen Anbietern von Social Bookmarks wie Mister Wong, Linkarena oder Webnews wird eine Auswahl von gespeicherten Lesezeichen von einer Redaktion bearbeitet und in verschiedenen Rubriken aufbereitet. (Version 1. 11.2007, 17:12, http://de.wikipedia.org/wiki/Netselektor)

Am Ende frage ich mich aber doch, worin der große Vorteil von Netselektor liegt.

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Yahoo-Suchmaschine "SearchMonkey" zum Zusammenklicken, aber nicht offen

Yahoo hat eine Suchmaschine namens SearchMonkey ins Netz gestellt. Damit können Websitebesitzer z.B. ihre eigens angepasste Suchoberfläche auf der eigenen Seite anbieten oder auch die Suchweite eingrenzen. 

So lässt sich zum Beispiel eine Site-übergreifende Suche aufbauen, die die zum Suchtreffer passende Adresse, Bewertungen oder den Börsenkurs anzeigt. Bei der Einrichtung hilft ein Assistent, der den Anwender in fünf Schritten Design und Datenfelder auswählen lässt. Der resultierende PHP-Code kann zwecks Feinabstimmung direkt bearbeitet werden. Auch für den Aufbau der passenden Webdienste bietet SearchMonkey Assistenten. (heb/c't)  (15.05.2008 18:02, http://www.heise.de/newsticker/Yahoo-veroeffentlicht-Suchmaschine-zum-Se...)

Das Konzept an sich gibt es schon länger bei Google. So kann man seine benutzerdefinierte Suchmaschine auch hier selber designen. Die Möglichkeit das Design einer Suchmaske zu ändern und die Suche einzuschränken, ändert nichts daran, dass die Suchmaschinentechnologie von Yahoo unfrei ist und Unabhängigen keinen Einblick in den Code gewährt wird. Zudem wissen Nutzer bei Yahoo, genauso wie bei Google oder Microsoft nicht, welche Daten, wie lange und wo gespeichert werden und inwieweit dies die Privatsphäre der Nutzer möglicherweise beeinträchtigt oder beeinträchtigen kann.

Auf der Website von SearchMonkey behauptet Yahoo zudem: "SearchMonkey is Yahoo! Search's new open platform." Nur weil Yahoo hier eine Api (Schnittstelle) bereitstellt und Entwickler Anwendungen bauen dürfen, handelt es sich bei SearchMonkey jedoch noch lange nicht um eine offene Suchmaschine, im Sinne von "Open Source" und noch weniger um eine freie und offene Suchmaschine, im Sinne von "free as in freedom". Nichts ändert sich an der genutzten Technologie hinter Suche. Sie basiert weiterhin auf die proprietären und geschlossenen Yahoosuch-Technologie

SearchMonkey is Yahoo! Search's new open platform.

Using SearchMonkey, developers and site owners can use structured data to make Yahoo! Search results more useful and visually appealing, and drive more relevant traffic to their sites. How does it work? The SearchMonkey developer tool helps you find and construct data services that you can use to build apps. Once you've built your app, you can use it yourself and share it with others.

Getting Started

1. Visit the Developer overview or Site Owner overview to learn more about participating in SearchMonkey
2. Browse the SearchMonkey Guide to learn what it takes to build a SearchMonkey app
3. Start building your data service or app using the SearchMonkey developer tool

(16. Mai 2008, http://developer.yahoo.com/searchmonkey/)

Suchmaschine Powerset durchforstet Wikipedia und versteht natürliche Sprache (ein bisschen)

heise.de berichtet über die neue Suchmaschine Powerset, die jetzt an den Start gegangen ist:

Powerset soll Eingaben in natürlicher Sprache verstehen und Antworten auf ausformulierte Fragen geben können. Einzelne Suchbegriffe sind ebenso zulässig. (13.05.2008 10:57, Erich Bonnert, http://www.heise.de/newsticker/Semantische-Suchmaschine-gestartet--/meld...)

Das scheint zu funktionieren, bei einfachen Fragen zumindest liefert die Suchmaschine eine Antwort, eine Zusammenfassung weiterer Informationen und eine Liste von Links. Bei "What is powerset?" gibt die Website z.B. mehrere logische Antworten aus: "Powerset (company) Powerset is a company based in San Francisco, California that is developing a natural language search engine for the Internet."

Momentan durchsucht Powerset Wikipedia-Beiträge und die Datenbank Freebase. Die Wikipedia ist meist gut betreut und logisch aufgebaut. Inwieweit Suchausgaben auch von anderen Webseiten gute Ergebnisse liefern werden, bleibt abzuwarten.

Derzeit versteht Powerset nur Eingaben in Englisch. Dabei analysiert der Suchdienst allerdings Wort für Wort und filtert nicht nur Schlüsselbegriffe aus wie herkömmliche Suchmaschinen. Der Suchraum von Powerset ist damit bedeutend kleiner, allerdings dauert es auch wesentlich länger, eine einzelne Seite zu analysieren. Ein einzelner Prozessor kann für eine Seite mehrere Sekunden brauchen, erklärte Barney Pell, einer der Powerset-Gründer. Die Suchalgorithmen gehen auf Forschungen der NASA sowie an den Instituten Xerox PARC und SRI International zurück. Ehemalige Mitarbeiter der NASA und des Xerox PARC gehören auch zu den Powerset-Gründern. Die Firma besteht seit 2005 und wird von mehreren Risikokapitalfirmen finanziert, darunter Foundation Capital und Founders Fund. (13.05.2008 10:57, Erich Bonnert, http://www.heise.de/newsticker/Semantische-Suchmaschine-gestartet--/meld...)

Suchmaschinen-Vergleichstest

Nachdem es für lange Zeit keine Suchmaschinen-Vergleichstests mehr gab, da jeder sowieso das Ergebnis vorher kannte und der Marktführer als Sieger von vornherein feststand, hat nun die Fachzeitschrift "Computer - Das Magazin für die Praxis" dieses Thema wieder aufgegriffen.
In ihrer aktuellen Ausgabe 07/2008, Seite 96ff ist ein Vergleichstest unter der Überschrift "Googlen Sie noch oder finden Sie schon?" veröffentlicht.
Testsieger ist MetaGer (http://metager.de) und das mit weitem Abstand vor dem Marktführer.

Bewertet wurde (nach Schulnoten):

  • die Qualität der Treffer zu 10 vorgegebenen Beriffen,
  • das Verhältnis der informativen zu den Werbeergebnissen,
  • die Bedienungsfreundlichkeit
  • und der Umgang mit personenbezogenen Daten.

Testsieger: www.metager.de mit der Gesamtnote "sehr gut": 1,49
gefolgt von www.search.wikia.com mit "befriedigend": 3,0
und auf Platz www.google.de mit Gesamtnote "ausreichend" 3,6

Zitat zu MetaGer: "Die Suchergebnisse sind deutlich besser, als bei
allen anderen Suchmaschinen."

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99 Millionen Euro für französische Suchmaschine Quaero

Wie heise.de berichtet hat die EU-Kommission nun eine erste Tranche von Beifhilfen Frankreichs in Höhe von 99 Millionen Euro für das Suchmaschinen-Projekt Quaero genehmigt.

Das Ziel von Quaero ist es, einen Google-ähnlichen Suchindex aufzubauen. Gestützt wird das Projekt von einem Konsortium von 23 Unternehmen, dem die Elektronikgruppe Thomson vorsteht. ... Das Gesamtbudget des FuE-Programms Quaero wird mit 199 Millionen Euro veranschlagt und soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Ziel ist es, neue Lösungen und maßgebliche Verbesserungen für die Erschließung multimedialer und multilingualer Inhalten in verschiedenen Formaten zu entwickeln. Thomson will so sein Angebot an Plattformen für die Bereitstellung audiovisueller Inhalte über neue Plattformen wie IPTV oder Video on Demand erweitern. Außerdem will es neue Systeme zur Verwaltung digitaler Multimediainhalte entwickeln. Ehemals war Quaero ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt. Als die französischen und deutschen Konsortien unterschiedliche Vorstellungen entwickelten, beschlossen sie, zwei eigenständige Programme durchzuführen. Die Deutschen gründeten ein eigenes Projekt namens Theseus, das sich, gestützt auf semantische Technologien, auf die Entwicklung spezialisierter Suchwerkzeuge konzentriert. (Christiane Schulzki-Haddouti, jo/c't, 12.03.2008 16:17, http://www.heise.de/newsticker/meldung/104960)

Jobangebot: Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in ("Suchmaschinist/in" ;-)

Im
Rechenzentrum der Uni Hannover (RRZN) ist eine Stelle für eine/n
wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in zu besetzten, in der es um
Suchmaschinen-Entwicklung und Betrieb geht:
"Für unser Suchmaschinen-Labor suchen wir eine/n qualifizierte/n
Wissenschaftler/in mit Hochschulabschluss in einem
technisch-wissenschaftlichen Studium, bevorzugt aus Bereichen mit engem
Bezug zur Informatik."
Wer sich dafür interessiert, schaue bitte auf:

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180 Millionen Förderung für Theseus - technologieferne Konzerne erhalten Großteil

Die Suchmaschinenpolitk rückt immer mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit. In der aktuellen Ausgabe der Technology Review (03/08) beschäftigt Ralf Grötker sich in einem Special auf 16 Seiten mit Google, Microsoft, Yahoo und Co. Unter dem Titel "Politische Querelen behindern europäische Google-Alternative" berichtet er als vorab vom Special auf Heise.de über die gescheiterte deutsch-französisch Suchmaschineninitiative Quaero und das deutsche Folgeprojekt Theseus. Hierin wird auf die unterschiedlichen Anschauungen von Frankreich und Deutschland bei den Zielen der Förderung als Grund hingewiesen.

Laut Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte gehe der deutsche Rückzug aus dem Projekt (Quaero) zurück auf einen "Wunsch" des Thomson-Konzerns, der eine enge Verzahnung nicht mehr für erreichbar gehalten habe. In Frankreich dagegen heißt es, eine Gruppe deutscher Forscher habe zu sehr darauf gedrängt, den Fokus auf semantische Technologien zu lenken. Das Projekt war am 26. April 2005 anlässlich eines deutschen Staatsbesuchs in Paris ursprünglich als "elektronische europäische Bibliothek" angekündigt worden. ... In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Grietje Bettin ließ Wirtschaftsstaatssekretär Schauerte seinerzeit wissen, dass Deutschland 90 bis 100 Millionen Euro Fördermittel bereitstellen werde, aus Frankreich komme ein vergleichbarer Betrag. Zusammen mit den Eigenmitteln der beteiligten Unternehmen sollte sich dadurch ein Gesamtbudget für Quaero von "deutlich über 400 Millionen Euro" über die Laufzeit von fünf Jahren ergeben. Doch daraus sollte nichts werden: "Erste Hinweise zeichneten sich - rückblickend - im September/Oktober 2006 ab ...

... Das BMWi darf Theseus nun tatsächlich mit 90 Millionen Euro über fünf Jahre fördern. Die Partner aus Industrie und Forschung bringen ebenfalls 90 Millionen Euro auf, sodass das Programm ein Gesamtvolumen von 180 Millionen hat. Mancher Unternehmer stört sich allerdings daran, dass bislang nur relativ Internet-ferne Großkonzerne und keines der deutschen Vorzeige-Internet-Unternehmen wie United Internet oder Web.de beteiligt sind. (22.02.2008 12:34, http://www.heise.de/newsticker/meldung/103921)

Viel Geld fliesst dort. Mehr als die Trennung von Frankreich und Deutschland im Förderprogramm verwundert mich jedoch, dass fast ausschliesslich technologieferne Firmen an dem darauf folgenden deutschen Forschungsprogramm "Theseus" teilnehmen. Auch freie Software-Projekte wie Yacy oder deutsche Entwickler von Nutch/Lucene erhalten meines Wissens bisher keine Förderung aus Bundesmitteln. Kleine Summen könnten dabei gerade hier potentiell enorme Fortschritte erzielen.

Der Teaserbeitrag auf der Onlineseite von TR handelt von der Übermacht Googles und den Ansätzen kleiner Suchmaschinen und ehemaliger Suchmaschinengrößen wie Lycos durch Spezialangebote ihre Reichweite zu erhöhen.

Wie sehr Google das erfolgsverwöhnte Alphatier Microsoft über die Jahre hinweg zermürbt hat, lässt sich seit diesem Februar an einer Zahl ablesen: 45 Milliarden Dollar. So viel möchte Microsoft für den wichtigsten verbliebenen Google-Rivalen Yahoo! ausgeben - annähernd das Doppelte seines Börsenwertes vor dem Übernahme-Angebot. Dieser Frontalangriff zeigt, dass Microsoft sich offenbar nicht mehr dazu in der Lage sieht, durch eigene Kraft und eigene Produkte im Suchmaschinengeschäft zu Google aufschließen zu können. Wenn sogar Microsoft sein Heil nur noch in milliardenschweren Zukäufen sucht - wer sonst soll in der Lage sein, neben Google zu gedeihen? Tatsächlich hat sich in der Nische, die Google übrig gelassen hat, ein lebhaftes Biotop aus kleinen Suchmaschinen mit völlig unterschiedlichen Ansätzen entwickelt. Ist unter ihnen schon die Suchmaschine zu finden, der es einmal gelingen wird, Google zu schlagen - so wie Google einst selbst den lange als unangreifbar geltenden Konkurrenten Altavista aus dem Feld geräumt hat? ... Unter den neuen Suchmaschinenanbietern, die hier ihre Chance sehen, gibt es zum Beispiel solche, die auf Menschen setzen statt auf Algorithmen. Beim neuen Dienst ChaCha etwa stehen menschliche Internet-Führer Suchenden beim Finden der richtigen Ergebnisse zur Seite. Und Wikia Search, die neue Suchmaschine des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales, setzt darauf, dass die Kommentare und Wertungen der Nutzer langfristig zu einer neuen Qualität von Suchergebnissen führen werden. ... "Ganz ehrlich: Google wird im Bereich der algorithmischen Suche kaum noch jemand schlagen. Auch wir nicht", sagt Thomas Servatius. Er ist leitender Produktmanager bei Lycos Europe in Gütersloh und hat den Dienst "Lycos IQ" mit aufgebaut... .(03/08, http://www.heise.de/tr/Suchmaschinen--/artikel/10364).

Untergräbt Google den Zugang zu Wissen durch Bibliotheken?

Freie Suchmaschinen sind kein schöner Traum, sondern eine Notwendigkeit für eine offene und freie Gesellschaft. Der Zugang zu Wissen und Informationen darf nicht ausschliesslich über Suchmaschinen verfolgen, die lediglich kommerziellen Privatinteressen verpflichtet sind und nicht dem Allgemeinwohl. Immer mehr scheint sich diese Ansicht auch in den Bibliotheken durchzusetzen. Auf einer Tagung des internationalen Dachverbands der Bibliotheksvereinigungen (IFLA) im Auswärtigen Amt zur Rolle der Bibliotheken in der Wissensgesellschaft äusserten sich auch Miriam Nisbet, Direktorin des Abteilung Informationsgesellschaft bei der UNESCO, und Johannes Fournier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in diese Richtung.

Miriam Nisbet: "Googeln scheint den Zugang zu Wissen durch Bibliotheken zu untergraben" führte die US-Amerikanerin aus. Was diese Zugriffsmöglichkeiten aber erst wertvoll mache, sei die Plattform, über die sie erfolgen würden. Die Büchereien stünden auf dem Fundament der Idee der Freiheit und der Menschenrechte und hätten eine soziale Verantwortung. Daher müsse man fragen, ob "wir den Zugang zum Wissen überhaupt den Regeln des Marktes überlassen können". In diesem Falle würde die kulturelle Vielfalt verloren gehen, während sich soziale Ungleichheiten ausweiten würden, fürchtete Nisbet.

Auch Johannes Fournier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sah die Gefahr einer digitalen Spaltung "auch in der Form, dass Bibliothekare verstärkt von Nutzern getrennt werden". Viele würden sich nur noch auf Suchmaschinen verlassen, während Professoren sich selbst im Netz zu Wissensanbietern entwickeln würden. Dem müssten die Bibliotheken das Katalogisieren und Verfügbarmachen von Informationen auf höchsten Niveau entgegenstellen. Dabei sollte die soziale Interaktion mit den Nutzern etwa über mit Web-2.0-Funktionen zur Bewertung von Informationsressourcen ausgebaut werden. (Stefan Krempl, 21.02.2008 17:02, http://www.heise.de/newsticker/meldung/103885)

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