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MetaGer: Woher wir kommen - wohin wir gehen

Wolfgang Sander-Beuermann (CEO MetaGer/SUMA-EV), veröffentlicht auch auf www.password-online.de am 27.September

Viele Leser dieses Textes werden wissen, dass MetaGer aus der Uni Hannover stammt. Dort hat sie vor genau 20 Jahren als erste europäische Meta-Suchmaschine das "Licht der Welt erblickt". Seit ihrem zarten Alter von 16 Jahren, also seit 2012, steht MetaGer unter dem Dach des SUMA-EV auf eigenen Füßen. Seitdem ist eine Menge passiert.

Der "SUMA-EV - Verein für freien Wissenszugang", ist seit 2012 als gemeinnütziger Verein der Träger, Betreiber und Entwickler. MetaGer kann so weiterhin ohne kommerzielle Interessen arbeiten. Denn sobald kommerzielle Motive des Betreibers hinter einer Suchmaschine stehen, kommt es sehr leicht zu einer davon beeinflussten Verschiebung bei den angezeigten Ergebnissen und deren Ranking. Im Vordergrund steht nicht mehr Erkenntnisgewinn, sondern monetärer Gewinn. Das seit 2010 gegen Google laufende EU-Kartellverfahren zeigt genau das in aller Deutlichkeit: Die europäische Kommission hält den Vorwurf für berechtigt, dass Google seine Suchergebnisreihenfolge zugunsten seiner eigenen kommerziellen Interessen manipuliert hat. Darum muss MetaGer unabhängig von Konzernen, Firmen und auch staatlichen Stellen sein. Letztere können - wie die Snowden-Enthüllungen gezeigt haben - ein veritables Überwachungsinteresse haben. Nur die Unabhängigkeit gewährleistet unabhängiges Arbeiten. Ohne Beeinflussung der Darstellung und des Rankings der Ergebnisse. Unseres Wissens ist MetaGer die einzige Universal-Suchmaschine weltweit in dieser Kombination mit einer gemeinnützigen Organisation als Träger.

MetaGer ist Quellcode-offen, der User hat die Kontrolle

Die MetaGer Software von heute, das Layout und das Design, haben mit dem seinerzeitigen Uni-Ur-Design nichts mehr gemein. Die strategische Weiterentwicklung geht noch konsequenter hin zu Datenschutz und gesicherter Privatsphäre der Nutzer. Die Daten der Nutzer sind bei MetaGer nicht Verkaufsmasse, sondern unantastbar. Die personenbeziehbaren Daten werden schon während der Suche ausgeblendet, und sind selbst dem Betreiber SUMA-EV nicht zugänglich. Bei MetaGer ist eine Monetarisierung der Nutzerdaten, so wie es andere Suchmaschinen machen, daher gar nicht möglich. Auch das Anschauen der Ergebnisseiten, bei dem üblicherweise immer und von allen großen Suchmaschinen die Nutzerdaten an die Zielwebseite weitergegeben werden, kann bei MetaGer mittels des Klicks auf "anonym öffen" anonym bleiben. Für höchste Sicherheit bietet MetaGer sogar den Zugang über das anonyme TOR-Netzwerk. Alle Server von MetaGer stehen ausschließlich in Deutschland, unterliegen damit deutscher Rechtsprechung und dem strikten deutschen Datenschutz.

Anderen Suchmaschinen, die Ähnliches behaupten, müssen Sie dies alles einfach glauben. Oder Sie müssen es denen glauben, die manchen Suchmaschinen ein "Datensiegel" verkauft haben. Nun ist der Glaube eine Sache der Religion und sollte in der IT außen vor bleiben. Bei MetaGer ist es so: Sie müssen nichts glauben, SIE können alles selber nachprüfen, denn der Quellcode von MetaGer ist öffentlich. Die Einzelheiten und den Weg zum Quellcode finden Sie unter http://metager.de/datenschutz - überzeugen Sie sich! Oder - noch besser - entwickeln Sie mit am Quellcode.

Denn das ist es, wohin wir gehen wollen: MetaGer als kollaboratives, offenes System weiterentwickeln. Gegen die gewaltige Macht der globalen IT-Konzerne ist dies langfristig der einzig erfolgversprechende Weg.

Der Weg in die Zukunft als freie Suchmaschine

Eines der Hauptprobleme eines solchen Weges ist die Finanzierung. Denn auch mit vielen freiwilligen Helfenden braucht man eine "Stammbelegschaft", die alles koordiniert und die Fäden zusammenführt. Dazu braucht man Mitarbeiter, Büroräume, Rechner und angemietete Server. Wie finanzieren wir das?

Wir finanzieren es aus zwei Quellen: aus Spenden/Mitgliedsbeiträgen und ein bißchen zurückhaltende Werbung. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle, die gespendet haben! Unser sommerlicher Spendenaufruf hat die Weiterentwicklung von MetaGer für die nächste Zeit erstmal gesichert. Das ist großartig, und es ist eine tolle Erfahrung, dass es eine MetaGer-Community gibt, auf die wir uns verlassen können! Langfristig möchten wir sogar ganz ohne Werbung auskommen. Das geht jetzt noch nicht; derzeit stammt ca. 1/3 unserer Finanzierung aus Werbung. Wer mithelfen möchte, dass wir auch diese nicht mehr brauchen und wer jetzt noch spenden möchte, gehe mit seinem Browser auf die Webseite http://metager.de/spende

Nun ist der Weg in die Zukunft für eine META-Suchmaschine immer ein recht ungewisser, denn die Meta-Suche hängt davon ab, dass die originären Suchmaschinen dies zulassen. MetaGer hat zwar auch einen eigenen Index, der aus eigenen Crawlern gespeist wird, aber damit allein wären wir nicht konkurrenzfähig.

Daher kann der langfristige Weg in die Zukunft nur auf einem Index beruhen, der nicht vom Goodwill einer kommerziellen Firma abhängig ist. Dieser Gedanke war die Geburtsstunde für den Offenen Web-Index (OWI). Aber das ist ein eigenes, längeres Kapitel. Der OWI hat auch eine Homepage (derzeit evtl. noch in Überarbeitung): http://openwebindex.eu/. Ein Sammlung häufiger Fragen zum OWI mit den zugehörigen Antworten finden Sie unter http://metager.de/klassik/owi/FAQ.pdf. Auch wenn der Weg zur Realisierung noch lang und teuer ist - es ist der EINZIGE Weg zur Wiedererlangung der digitalen Souveränität Europas.

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