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Untergräbt Google den Zugang zu Wissen durch Bibliotheken?

Freie Suchmaschinen sind kein schöner Traum, sondern eine Notwendigkeit für eine offene und freie Gesellschaft. Der Zugang zu Wissen und Informationen darf nicht ausschliesslich über Suchmaschinen verfolgen, die lediglich kommerziellen Privatinteressen verpflichtet sind und nicht dem Allgemeinwohl. Immer mehr scheint sich diese Ansicht auch in den Bibliotheken durchzusetzen. Auf einer Tagung des internationalen Dachverbands der Bibliotheksvereinigungen (IFLA) im Auswärtigen Amt zur Rolle der Bibliotheken in der Wissensgesellschaft äusserten sich auch Miriam Nisbet, Direktorin des Abteilung Informationsgesellschaft bei der UNESCO, und Johannes Fournier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in diese Richtung.

Miriam Nisbet: "Googeln scheint den Zugang zu Wissen durch Bibliotheken zu untergraben" führte die US-Amerikanerin aus. Was diese Zugriffsmöglichkeiten aber erst wertvoll mache, sei die Plattform, über die sie erfolgen würden. Die Büchereien stünden auf dem Fundament der Idee der Freiheit und der Menschenrechte und hätten eine soziale Verantwortung. Daher müsse man fragen, ob "wir den Zugang zum Wissen überhaupt den Regeln des Marktes überlassen können". In diesem Falle würde die kulturelle Vielfalt verloren gehen, während sich soziale Ungleichheiten ausweiten würden, fürchtete Nisbet.

Auch Johannes Fournier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sah die Gefahr einer digitalen Spaltung "auch in der Form, dass Bibliothekare verstärkt von Nutzern getrennt werden". Viele würden sich nur noch auf Suchmaschinen verlassen, während Professoren sich selbst im Netz zu Wissensanbietern entwickeln würden. Dem müssten die Bibliotheken das Katalogisieren und Verfügbarmachen von Informationen auf höchsten Niveau entgegenstellen. Dabei sollte die soziale Interaktion mit den Nutzern etwa über mit Web-2.0-Funktionen zur Bewertung von Informationsressourcen ausgebaut werden. (Stefan Krempl, 21.02.2008 17:02, http://www.heise.de/newsticker/meldung/103885)