SuMa-eV, Verein für freien Wissenszugang
Für den Leiter des Suchmaschinenlabors an der Leibniz-Universität in Hannover, Dr. Wolfgang Sander-Beuermann, ist der Google- Kartendienst Street View „nur die Spitze des Eisbergs“. Seine Horrorvision: Globale Internetkonzerne wie Google übernehmen das Netz vollständig, und der Nutzer ist nur noch Konsument, „dem man möglichst das Geld aus der Tasche“ zieht.
Mit dem Kartendienst Street View hat Google jetzt auch die Politik gegen sich aufgebracht. Ist die Aufregung berechtigt?
Was mir gerade auffällt, wenn ich mit die Liste der Nominierten anschaue: 20% davon kommen aus Wien! ich glaube, das wird kein Zufall sein: Wien IST einfach eine extrem kreative Stadt, in der kreative Ideen und Menschen wachsen, blühen und gedeihen :-).
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde des SuMa-eV,
bevor wir zum Hauptthema dieses Newsletters, der existentiellen Gefährdung von Suchmaschinen durch Neuformulierungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) kommen, vorab ein paar Worte zum:
Selbstverständnis des SuMa-eV
Unser Namenskürzel SuMa-eV weist auf den Ursprung hin: SuMa-eV wurde im Juli 2004 gegründet als "Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs". Da sich diesen langen Namen erstens niemand merken kann, und da zweitens der Wissenszugang nicht nur durch Suchmaschinen erfolgt, haben wir 2009 den Namen in "SuMa-eV - Verein für freien Wissenszugang" geändert.
Das Internet steht am Beginn einer neuen Epoche. Ging es bisher um schnellen, niedrigschwelligen Wissenszugang und einfache weltweite Vernetzungsmöglichkeiten, drängen kommerzielle und machtstrategische Interessen zunehmend in den Vordergrund. Freiheit und Offenheit weichen schrittweise Zensur und Kontrolle.
Unser Worst-Case-Szenario: Die Zivilgesellschaft wird diesen Eingriff ins Netz nicht verhindern können. Vor diesem Hintergrund möchten wir aus einer deutschen und europäischen Perspektive die strategische Diskussion um den Charakter des Internets der Gesellschaften eröffnen.
Was kommt nach dem Wilden Westen im Netz?
Die Zivilgesellschaft setzt auf Ansätze wie Open Source, Netzneutralität und Schwarmintelligenz.
Wahrscheinlich ist den meisten, die diesen Dienst benutzen, nicht klar, welches gewaltige Machtinstrument dem Google-Konzern damit in die Hand gegeben wird: Damit erhält Google endlich alle Klicks des ahnungslosen Internet-Surfers zur Kenntnis. Bisher kannte die Firma "nur" das, was über ihre Suchmaschine lief; nun werden auch die Adressen erfasst, die der Nutzer direkt in den Browser eingibt - nichts bleibt mehr verborgen, das gesamte Nutzungsverhalten ist bei einer Firma kumuliert.
Update: Die Monopol-Problematik wurde zwar kurz behandelt, aber SuMa-eV war leider weggeschnitten, www.metager.de kam vor. Die Sendung gibts auch als Podcast unter http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/1020/uebersicht_inter.... Texte und Links dazu unter: http://www.wdr.de/tv/quarks/global/pdf/Q_Internet.pdf
Update: hier der Link zum Download der gesamten Sendung
Der aktuelle Stand der Suchmaschinen-Technologie wird plausibel vor dem Hintergrund seiner Entwicklungsgeschichte und der des Internet. Die momentane Lage, die gekennzeichnet ist durch das Googlesche Quasimonopol, ist nur folgerichtiges Produkt dieser Entwicklung.
Der Übergang zwischen Suchmaschine und allgemeiner Internet-Platform, früher meist Portal genannt, ist fließend. Auch Google ist längst viel mehr als Suchmaschine. Ein Großteil des Zukunftskapitals liegt möglicherweise gar nicht mehr in der Suchfunktionalität, sondern in der Nutzung der Schwarmintelligenz [1] durch hohen Nutzerzahlen. Ein erstes Beispiel dafür ist Google-Flu [2].
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